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Keine Chance mehr für "Bullies"

Systemmeldungen:

Die Gewaltkriminalität bei Jugendlichen ruft die Polizeiliche Vorbeugung mit einem eindringlichen Appell an alle Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schüler auf den Plan. Unter dem Motto „Keine Chance mehr für Bullies“ wirbt die Polizei bundesweit für das an Schulen erfolgreich erprobte „Anti-Bullying-Programm“ zur Gewaltprävention.

Unter dem Motto „Keine Chance mehr für Bullies“ wendet sich die Polizeiliche Kriminalprävention jetzt gegen eine besonders subtile Form der Gewalt, die auch nach dem jüngsten Beispiel in einer Berliner Schule verstärkt ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit gerückt ist - das so genannte „Bullying“ .

Darunter versteht man gezielte, systematische und wiederholte Schikanen physisch und psychisch stärkerer Schüler gegenüber Schwächeren: Die Täter, die „Bullies“, isolieren und attackieren bei diesem Gruppenphänomen einen oder ein paar wenige hilflose Schüler aus dem Klassenverband. Von verbalen Attacken und Demütigungen, Hänseleien bis hin zu immer wiederkehrenden körperlichen Angriffen reicht das Instrumentarium der Quälereien, dessen sich die „Bullies“ bedienen.

Gegen diese Aggressionen und Gewalttätigkeiten wurde das Bullying-Präventions-Programm im norwegischen Bergen unter Leitung von Professor Dan Olweus entwickelt. Anlass war der Selbstmord von drei norwegischen Jungen nach anhaltendem und grobem Bullying durch Gleichaltrige.

Die deutsche Polizei hat zusammen mit Pädagogen die wichtigen Erkenntnisse dieses Ansatzes von Dan Olweus zusammengestellt und in einem Leitfaden „Herausforderung Gewalt“ für Lehrerinnen und Lehrer veröffentlicht. „Wir wollen mit unserem Anti-Bullying-Programm die Einstellung zum Bullying mit dem Ziel ändern, dass Gewalt in jeglicher Form von Schülern und Lehrern nicht mehr toleriert wird“, unterstreicht die Polizeiliche Kriminalprävention des Bundes und der Länder.

Dieser Leitfaden der Polizei für Lehrer und Erzieher behandelt schultypische Situationen und zeigt pädagogisch-didaktisch anwendungsorientierte Lösungsmöglichkeiten bei Konflikten auf der Grundlage von Olweus auf. Der Leitfaden ist kostenlos bei jeder (Kriminal-) Polizeilichen Beratungsstelle zu beziehen.

Dieses international anerkannte Olweus-Programm setzt vorwiegend am Schul- und Klassenklima an und basiert auf folgenden Prinzipien:

  • Warmherzigkeit, Interesse und Engagement der Erwachsenen
  • klare Grenzen für unakzeptables Schülerverhalten
  • konsequente, aber nicht feindselige Reaktionen bei Regelverletzungen
  • ein gewisses Maß an Beobachtung und Kontrolle und
  • Erwachsene, die auch als Autoritäten handeln.

Die einzelnen Maßnahmen des Programms betreffen:

  • die Schulebene (z. B. eine verbesserte Pausenaufsicht, Lehrer- fortbildung, Besprechung von Verhaltensregeln und Maßnahmen zwischen Lehrern und Eltern)
  • die Klassenebene (z. B. Regeln gegen störendes und aggressives Verhalten, Streitschlichtung, Rollenspiele zum sozialen Problemlösen, kooperative Lernformen) und
  • die Ebene des einzelnen Schülers (z. B. ernsthafte Gespräche mit aggressiven Schülern und ihren Eltern, gezielte Unterstützung von Opfern, schulpsychologische Maßnahmen).

Dieser Ansatz umfasst alle Beteiligten des Gewaltkonflikts vom Lehr- und Schulpersonal über die Eltern, Täter und Opfer bis hin zu den Mitschülern. Dabei ist entscheidend, so früh als möglich zu intervenieren und bereits die sich anbahnende Gewalt einzudämmen.

Auch in Deutschland sind mit diesem Programm zwischenzeitlich Erfolge zu verzeichnen: So wurde diese Anti-Bullying-Strategie beispielsweise an zahlreichen Schulen im Kreis Viersen/NRW oder in Baden-Württemberg erfolgreich erprobt.

„Entscheidend ist jetzt, diesem Erfolgsprogramm zur Gewaltprävention bundesweit zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn Schule, Polizei, Eltern und Schüler die Anti-Bullying-Strategie flächendeckend umsetzen, können Gewaltkonflikte an Schulen nachhaltig eingedämmt werden“, heißt es bei der Polizeilichen Kriminalprävention.

Entwicklung und Ursachen von Jugendgewalt

Bei den Ursachen, warum Jugendliche gewalttätig werden, lassen sich verschiedenste Faktoren ausmachen, die dann häufig noch in einer ungünstigen Konstellation zusammentreffen. „Wer zuhause in der Familie Gewalt als Mittel der Konfliktlösung erlebt, schlägt als Jugendlicher selbst auch eher zu“. Hinzu kommen Gruppenzwänge, unstrukturiertes Freizeitverhalten, Rollenunsicherheit, Erlebnishunger und veränderte Werte.

Die Gewöhnung an Aggression und Brutalität durch den längerfristigen Konsum entsprechender Medien schließlich kann bei labilen Jugendlichen ebenfalls Hemmschwellen absenken. Belastend sind auch Integrationsprobleme, unstrukturiertes Freizeitverhalten sowie Perspektiv- und Orientierungslosigkeit.

Vielfältig wie die Ursachen sind auch die Erscheinungsformen der von Jugendlichen verübten Gewalt. Die Facetten der Gewalttaten reichen von verbaler Aggression, Bedrohung, Nötigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung bis hin zu Raubdelikten und Erpressung. Opfer dieser Qualen sind meist wieder junge Menschen. Deshalb sind sie nicht nur als Täter, sondern auch als Opfer überproportional betroffen: Kinder und Jugendliche haben ein zwei- bis dreimal häufigeres Risiko, Opfer von Straßenraub und Körperverletzungsdelikten zu werden als Erwachsene.

„Eine wirksame Bekämpfung der Gewaltkriminalität bei Jugendlichen gehört zu den wichtigsten Herausforderungen unseres demokratischen Staates. Auf der Suche nach Lebensinhalten und Vorbildern brauchen Jugendliche Halt und Orientierung. Eine zentrale Schlüsselrolle der Gewaltprävention fällt dabei der Familie zu. Hier sollten die Grundlagen für ein gutes Sozialverhalten gelegt und beispielsweise gewaltfreie Konfliktlösungen gelernt und Selbstwertgefühl entwickelt werden. Dazu will unsere Broschüre ´Wege aus der Gewalt – So schützen Sie Ihr Kind´ beitragen. Sie ist für Eltern und Erziehungsverantwortliche gedacht“.

Im Leitfaden der Polizei ´Herausforderung Gewalt´, eine Handreichung für Lehrer und Erzieher findet sich auch das Anti-Bullying-Programm.

Ferner bietet die Polizei einen Film für Schüler ab neun Jahre mit einem Begleitheft für das Lehrpersonal an. Das Medienpaket „Abseits?!“ wurde bundesweit an alle Grundschulen versandt und berücksichtigt Elemente der Anti-Bullying-Strategie.

Alle Broschüren und Schriften des Programms Polizeiliche Kriminalprävention sind über jede Polizeidienststelle und auch über das Internet - www.polizei-beratung.de - zu beziehen.

Weiterführende Tipps für Eltern und Erzieher finden Sie hier... 

Dateianhang Pressemitteilung - Gewalt darf nicht Schule machen.doc [109 KB]

Dateianhang Pressemitteilung - Gewalt darf nicht Schule machen.rtf [27 KB]

Dateianhang Szene 1 - Verbale Aggression.mpg [4890 KB] 

Dateianhang Szene 2 - Mobbing.mpg [4837 KB] 

Dateianhang Szene 3 - Körperliche Aggression.mpg [4749 KB] 

Dateianhang Szene 4 - Sachbeschädigung.mpg [4829 KB]

Dateianhang Szene 5 - Erpressung.mpg [4623 KB] 

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Film

Abseits ?!

Cover Film - Abseits?!

Broschüre

Wege aus der Gewalt

Broschüre - Wege aus der Gewalt

Handreichung

Herausforderung Gewalt

Bild der Handreichung - Herausforderung Gewalt

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Junge sitzt auf Treppe

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Geschlagenes Kind

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Trauriges Kind

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Kind wehrt sich

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Kind schützt sich

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Gewaltvideos auf Schülerhandys

Merkblatt Gewaltvideos